Unsere sechs Intensivstationen

Das Institut für Intensivmedizin am USZ führt die grösste Intensivstation der Schweiz mit aktuell 64 Betten. Es werden so jährlich knapp 4'500 Patienten im gesamten Spektrum der modernen Intensivmedizin betreut.

Unser Fokus liegt in der Betreuung und Behandlung von Patientinnen und Patienten in lebensbedrohlichen Zuständen, in engem Austausch mit den Angehörigen der Patienten.

Die Intensivmedizin am Universitätsspital Zürich gliedert sich in sechs Intensivmedizinische Schwerpunkte, die auf spezialisierten Abteilungen behandelt werden.

- Schwerpunkt Herz- und Gefässchirurgie
- Schwerpunkt Innere Medizin
- Schwerpunkt Neurochirurgie
- Schwerpunkt Brandverletzte
- Schwerpunkt Traumatologie
- Schwerpunkt Viszeral-, Thorax- und Transplantationschirurgie

Wir arbeiten kontinuierlich an der Weiterentwicklung und Verbesserung der Intensivmedizin in der Klinischen Forschung, Grundlagenforschung und Pflegeforschung.

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Überwachung Gesundheitszustand

Monitore und Alarme

Patienten auf Intensivstationen benötigen eine enge und kontinuierliche Überwachung. Am Monitor können Werte wie Blutdruck, Herzfrequenz und Atmung abgelesen werden. Zusätzlich zum Bildschirm am Patientenbett befindet sich auf der Intensivstation auch ein zentraler Monitor. So ist stets eine Überwachung gewährleistet, auch wenn keine Pflegefachperson direkt am Patientenbett steht.

Katheter und Drainagen

Während des Aufenthalts auf der Intensivstation werden Körperfunktionen bei Bedarf unterstützt. Sowohl die Überwachung als auch die Therapie benötigen Zugänge zum Körper, zum Beispiel in Form eines zentralen Venenkatheters, eines arteriellen Katheters, eines Blasenkatheters oder in Form einer Temperatur-Messsonde. Medikamente werden den Patienten meist über eine Infusion gegeben. Dies ermöglicht eine rasche und sichere Wirkung. Viele Medikamente müssen über einen zentralen Venenkatheter verabreicht werden.

Die Katheter werden Sie daher nicht am Arm, sondern am Hals in der Nähe des Schlüsselbeins oder in der Leiste sehen. Sonden, die nach Hirnverletzungen im Kopf eingelegt werden, können den Druck und den Sauerstoffgehalt im Gehirn messen. Somit kann ein gefährlich erhöhter Hirndruck frühzeitig erkannt werden.

Drainagen im Brustbereich (Thoraxdrainagen) dienen dazu, dass Luft, Blut oder andere Flüssigkeiten entweichen und sich die Lunge entfalten kann. Drainagen im Kopf, im Bauchbereich oder an den Extremitäten ermöglichen das Abfliessen von Wundsekret. Sie erlauben es, das Ausmass einer allfälligen Nachblutung besser zu beurteilen. Oft werden sie nach Operationen angewendet. Alle Katheter und Drainagen sind mit einem Infektionsrisiko verbunden. Drainagen werden daher so früh wie möglich entfernt. In der Anfangsphase sind sie jedoch oft unerlässlich.

Spezialisierte Therapiemethoden für kritisch kranke Patienten

Beatmungsmaschine

Die Aufgabe der Lunge besteht darin, den Körper mit Sauerstoff zu versorgen und Kohlendioxid aus dem Körper abzutransportieren. Die künstliche Beatmung kommt zum Einsatz, wenn die Lunge diese Leistung nicht ausreichend erbringen kann. Ist das Bewusstsein eines Patienten eingeschränkt, kann dies das Atemzentrum im Gehirn und die Schutzreflexe beeinträchtigen. Das führt zu einer ungenügenden Atmung, auch wenn die Lunge unbeschädigt ist. Ausserdem können Lungenerkrankungen (Lungenentzündung, Lungenödem, Lungenverletzungen) oder grosse Operationen zu einer Störung der Lunge führen.

Durch die Maschine wird Luft in die Lunge gepumpt. Das Ausmass der maschinellen Unterstützung kann individuell eingestellt und laufend den Bedürfnissen des Patienten angepasst werden. Vorübergehend kann die Luft mit einer Maske zugeleitet werden. Meist wird jedoch ein sogenannter Tubus verwendet, welcher via Mund oder Nase in die Luftröhre eingelegt wird. Dieser Beatmungsschlauch kann Würge- und Hustenreflexe auslösen. Es werden daher Schlaf- und Schmerzmittel verabreicht. Ist eine längere künstliche Beatmung erforderlich, wird häufig eine Kanüle durch einen Schnitt am Hals in die Luftröhre gelegt. Diese Methode (Tracheotomie) hat den Vorteil, dass sich die Patienten später im Wachzustand weniger gestört fühlen und besser sprechen können.

Nierenersatzverfahren

Die Niere scheidet über den Urin Stoffwechselprodukte und Giftstoffe aus und reguliert den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt. Da die Niere ein empfindliches Organ ist, kann sie während einer schweren Krankheit vorübergehend ihre Funktion verlieren, zum Beispiel bei Blutdruckschwankungen oder Flüssigkeitsmangel. Häufig erholt sie sich, sobald die Erkrankung überstanden ist. Um diese Zeit zu überbrücken, wird eine Maschine verwendet, die die Funktion der Niere übernimmt. Über einen Katheter wird Blut abgesaugt, durch ein komplexes Filtersystem gereinigt und dem Kreislauf wieder zugeführt. Dafür ist ein Zugang zu den grossen Venen nötig.
Die meisten Patienten ertragen dies gut. Für die Einlage ist eine lokale Betäubung notwendig.

IABP (Intraaortale Ballonpumpe)

Im Falle einer plötzlichen Herzschwäche, zum Beispiel durch einen Herzinfarkt, kann diese Pumpe vorübergehend das Herz entlasten. Sie wird über die Oberschenkelarterie in die Hauptschlagader (Aorta) eingeführt. Dort bewirkt sie durch ein mit dem Herzschlag abgeglichenes Aufblasen und Entleeren eines Ballons eine Verbesserung der Durchblutung und entlastet so das Herz.

ECMO (Extrakorporale Membranoxygenierung)

Die sogenannte ECMO entspricht technisch einer Herz-Lungen-Maschine und kann sowohl die Funktion der Lunge als auch diejenige des Herzens übernehmen. Die Maschine reichert das Blut mit Sauerstoff an und entfernt das Kohlendioxid. Anschliessend wird das Blut wieder dem Körper zugeführt.
Um ausreichend Blut transportieren zu können, sind grosse Katheter nötig, die in grosse Arterien oder Venen gelegt werden. Die Einlage erfolgt meist in Narkose durch die Herzchirurgie. Für die Therapie ist es wichtig, dass das Blut nicht in der Maschine gerinnt. Aus diesem Grund werden gerinnungshemmende Substanzen verabreicht. Es besteht deshalb ein erhöhtes Blutungsrisiko.

Die Sicherheit wird zusätzlich von Kardiotechnikern vor Ort gewährleistet. Sie überprüfen regelmässig die Geräte und tauschen sich mit dem Behandlungsteam aus.
Insgesamt ist diese Therapie mit einem hohen Aufwand und einer nicht zu vernachlässigenden Komplikationsrate verbunden, weshalb sie nur bei schwerem Herz- oder Lungenversagen zur Anwendung kommt.


Intensivmedizinische Pflege

Schlaf und Schmerzen

Wir möchten den Patienten trotz ihrer schweren Krankheit einen möglichst angenehmen Aufenthalt bieten und werden deshalb bei Bedarf Schlaf- und Schmerzmittel verabreichen.

Gewisse Behandlungen erfordern zudem einen Schlafzustand oder eine Narkose. Sobald die Situation es erlaubt, werden wir schlaffördernde Medikamente reduzieren.

Ernährung und Flüssigkeitszufuhr

Während einer schweren Erkrankung können sich Patienten nicht selbstständig mit Nährstoffen und Flüssigkeit versorgen. Wir führen ihnen deshalb Ernährungslösungen zu. Meist werden diese über eine Sonde verabreicht.

Diese wird durch die Nase im Magen (Magensonde) oder im Dünndarm (Duodenal- oder Jejunalsonde) platziert. Falls die Ernährung über den Magen-Darm-Trakt nicht möglich ist, werden Ernährungslösungen über die Venen verabreicht. Dies ist in der Regel aber eine vorübergehende Massnahme; der natürliche Weg über den Magen-Darm-Trakt wird bevorzugt.

Falls eine künstliche Ernährung über mehrere Wochen notwendig ist, können die Spezialisten eine sogenannte PEG-Sonde (Perkutane endoskopische Gastrostomie) direkt durch die Haut in den Magen einlegen. Diese erlaubt einen sicheren und angenehmen Zugang für die Zufuhr von Nährstoffen.

Physiotherapie & Mobilisation

Auf den Intensivstationen werden die Patientinnen und Patienten so früh wie möglich durch das Team der Physio- und Ergotherapie behandelt.

Frühzeitige Aktivierung, Mobilisation, Atemtherapie und weitere therapeutische Massnahmen tragen dazu bei, die Selbstständigkeit der Patienten zu fördern und deren Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation zu verkürzen.